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Die Lüge von der Politikverdrossenheit

14. Mai 2009

Der Klageruf von Politikern, Medien und älteren Mitbürgern ist ein Dauerbrenner: „Die Jugend interessiert sich ja nicht für Politik!“ Dieser Stoßseufzer ist wohl eher von Überheblichkeit und Ignoranz motiviert als von ehrlicher Sorge um das Politikverständnis unserer Jugend – das Gerede von der Politikverdrossenheit soll wohl ausdrücken: „Wenn die Jugend sich für Politik interessieren würde, dann wäre sie nicht so oft anderer Meinung – WIR sind ja schließlich viel informierter und haben deswegen die richtige Überzeugung.“

Meine Erfahrung als Webmaster einer vornehmlich von Jugendlichen besuchten Website ist vollkommen anders. Jugendliche sind sehr an Politik interessiert. Sie beobachten aufmerksam, was passiert, und wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, ungezwungen Fragen zu stellen, so nehmen sie diese Möglichkeit dankbar an, um politische Sachverhalte, Probleme und Konflikte besser verstehen zu können. Im Vergleich zu Menschen, für die das Berufsleben zu einem alltäglichen Trott geworden ist, besitzen Jugendliche noch eine gesunde Skepsis, und wenngleich diese Skepsis gelegentlich in Verschwörungstheorien ausufert, so ist das Hinterfragen der Motive und Handlungen unserer politischen Elite doch ein Grundpfeiler unserer demokratischen Gesellschaft. Die jugendliche Politikverdrossenheit ist ein Mythos.

Kein Mythos ist aber die jugendliche Verdrossenheit gegenüber Politikern. Und von ihrem Standpunkt aus könnte nichts verständlicher sein als das. Kinder und Jugendliche werden von der Politik gerne als Thema missbraucht, und oft ist der Hinweis auf den Schutz der Kinder ein Mittel, Kritik an umstrittenen politischen Vorhaben zu diskreditieren. Doch kaum ein Politiker macht sich die Mühe, die Kinder und Jugendlichen tatsächlich als Menschen mit eigenen Ansichten, Vorstellungen und Erwartungen an die Zukunft zu sehen. Viel häufiger bekommen Jugendliche den Eindruck, dass ihnen die Politiker nicht über den Weg trauen.

Das konnte man beim Massenmord von Winnenden gut beobachten: Schon am selben Tag flammte die Diskussion über „Killerspiele“ auf, die für Millionen Jugendliche eine harmlose Freizeitbeschäftigung sind, deren Schilderung in der Medienberichterstattung der nichtinformierten Öffentlichkeit aber nur den Eindruck vermitteln konnte, dass diese Computerspiele binnen weniger Wochen aus gesunden, ausgeglichenen Kindern emotional abgestumpfte Killermaschinen machen würden.

Anfang April erschoss ein Sechzigjähriger seine Schwägerin in einem Landshuter Gerichtssaal und tötete sich dann selbst. Hier suchten weder Medien noch die Politik schnelle Antworten im Medienkonsum des Täters. Als aber wenige Tage später eine Familie in Baden-Württemberg erschossen aufgefunden wurde und der 18-jährige Sohn und sein Freund als dringend Tatverdächtige festgenommen wurden, konnte sich N24 den Hinweis nicht verkneifen, dass die Polizei den Computer des Sohnes beschlagnahmt habe und noch nicht bekannt sei, ob Gewaltspiele auf dem Rechner wären. Das war keine Nachricht – jemand gab sich die Mühe zu betonen, etwas nicht zu wissen, aber auf eine Weise, die eine Verbindung zwischen der Tat und Computerspielen implizierte. Mit Journalismus hat das nichts zu tun.

Für Jugendliche ist die Aussage der Medien daher klar: Wenn Erwachsene durchdrehen, ist das eine durch psychische Probleme begründete Tragödie, die sich leider nicht vermeiden ließ. Wenn Jugendliche durchdrehen, dann stehen Computerspiele dahinter, die man verbieten müsste. Die Möglichkeit, dass auch Jugendliche begründeten psychischen Stress erleiden könnten, der labile Personen zu Gewalttaten treiben könnte, wird in der öffentlichen Diskussion gerne von der Debatte um Killerspielverbote überlagert. Jugendliche können sich so nicht ernst genommen fühlen. Dass in Deutschland das schärfste Jugendschutzrecht der Welt gilt, trägt ebenfalls nicht zur Vertrauensbildung bei – anscheinend traut man im Rest der Welt Eltern und ihren Kindern eher zu, mit dem Medienkonsum verantwortungsvoll umzugehen, ohne dass sich der Staat zu sehr einmischt. Jeder Erwachsene in Deutschland müsste sich kopfschüttelnd fragen, wie er es nur ohne die Zensurbemühungen des Staates geschafft hat, gesund die Volljährigkeit zu erleben, wo doch anscheinend überall Gefahren für die zarte Kinderseele lauern.

Wenn man die Politiker fragte, ob sie denn selbst mal die von ihnen so verachteten Killerspiele gespielt hätten, so wurde schnell klar, dass unsere Volksvertreter nur mit zweifelhaften Informationen aus zweiter oder dritter Hand agierten und sich nie dazu herabgelassen haben, tatsächlich einmal anzuschauen, was da eigentlich verboten werden soll. Der bayerische Innenminister konnte nur so bar jeder Sachkenntnis diese Computerspiele mit Kinderpornografie gleichsetzen – womit er die Computerspieler und Hersteller auf eine Stufe mit Pädophilen und Kinderschändern stellte. Bei der jüngeren Generation bis 30 Jahren, die mit Computerspielen aufwuchs, kann man so keine Popularität erlangen; vielmehr verliert man bei diesen Menschen sämtliche politische Glaubwürdigkeit. Dass Schützenvereine auch beleidigt reagieren würden, wenn man ihre Vereinstätigkeit auf eine Stufe mit dem Vergewaltigen von Kindern stellte, liegt auf der Hand – auf die Befindlichkeiten der jungen Menschen nimmt die Politik hingegen offenbar keine Rücksicht. Dass nicht wenige der Politiker und Bedenkenträger selbst in ihrer Jugend gegen das Unverständnis ihrer Elterngeneration für Rock’n’Roll und freie Liebe aufbegehrten und sich heute wohl nicht mehr daran erinnern können oder wollen, verleiht diesem Konflikt zwischen Jung und Alt eine tragische Ironie.

Eine ähnliche Unbedarftheit zeigt die Politik auch im Umgang mit dem Internet. Unser ehemaliger Bundeswirtschafts- und Technologieminister Michael Glos erzählte von „Leuten, die das Internet für mich bedienen“. Und genauso wird auch Politik mit dem Internet gemacht. Man bekommt nicht den Eindruck, dass diese Leute tatsächlich selbst wüssten, wovon sie reden. Die Junge Union fordert nun mit Rückendeckung der Parteiführung, vor die Registrierung bei Videoseiten wie Youtube eine Ausweisüberprüfung zu stellen, und erweckt in ihrer Begründung den Eindruck, als wenn Youtube ein riesiges Reservoir an Gewaltvideos mit dem einzigen Zweck wäre, sich zu Straftaten zu verabreden. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage ist ähnlich zweifelhaft wie das Gerücht, dass sich viele Jungen im Teenageralter zum Gruppenmasturbieren träfen.

Auch die äußerst fruchtbare Ursula von der Leyen ist zu einem beträchtlichen Teil für die Skepsis der Jugendlichen verantwortlich. Mit ihrer Sperre von Internetseiten wollte sie vorgeblich die Verbreitung von Kinderpornographie behindern, doch Experten bezweifeln nahezu alle Aussagen des Familienministeriums, mit denen diese Sperren gerechtfertigt werden sollen. Von der technischen Wirksamkeit über die fragwürdige Behauptung über eine Kinderpornoindustrie im Netz bis zu der verfassungsrechtlich bedenklichen Aufstellung einer staatlichen Sperrliste für Webseiten ohne Möglichkeit einer unabhängigen Kontrolle: Alle Bedenken werden – teilweise mit persönlichen Angriffen – beiseite gewischt, ohne auf diese Fragen inhaltlich einzugehen. Diese Art des Umgangs mit Kritik und das beharrliche Ignorieren der Expertenmeinungen wirken vermutlich selbst auf Jugendliche erschreckend kindisch – erschreckend nicht zuletzt deswegen, weil die Auswirkungen derartiger Regelungen auf die demokratischen Freiheitsrechte das zukünftige Leben der jungen Menschen in diesem Land beeinflussen. Es geht um ihre Zukunft, doch gestalten dürfen sie sie noch nicht selbst. Dass es nebenbei auch um die Zukunft unseres Landes geht und die Politik eigentlich alles tun sollte, um die Möglichkeiten neuer Medien auszuschöpfen und uns eine faire Chance im internationalen Wettbewerb zu sichern, anstatt ihnen mit Argwohn und Angst zu begegnen, scheint im verkrusteten Denken der Mandatsträger ebenfalls keinen Platz zu haben.

Die Sperre von Internetseiten gehört zu einer langen Reihe von Gesetzesvorhaben, die die Abwehrrechte der Bürger dem Staat gegenüber aushöhlen, insbesondere das Recht der Bürger, den Staat nicht alles wissen zu lassen. Die Speicherung von Verbindungsdaten von Handys und Internetanschlüssen und die Möglichkeit der heimlichen Durchsuchung von PCs durch das Bundeskriminalamt interessieren viele ältere Mitbürger nicht – für sie haben Computer und das Internet tendenziell eher wenig Einzug in ihr Privatleben gehalten. Für die junge Generation der unter 30-Jährigen sieht das ganz anders aus: Das Internet ist ein zentrales Kommunikationsmedium, der PC ein Gerät, in dem man persönliche Gedanken, Fotos und Videos abspeichert. Der Schutz der neuen Technologien vor dem Zugriff des Staates ist für Menschen, die mit diesen Medien aufgewachsen sind, ebenso wichtig für den Erhalt der Privatsphäre wie das Postgeheimnis oder die Unverletzlichkeit der Wohnung.

Das Vertrauen in die Politiker wird weiterhin geschädigt durch den Umgang mit dem Bundesverfassungsgericht, welches immer wieder offen verfassungswidrige Gesetzesvorhaben einkassiert. Als die Karlsruher Richter den Wunsch des Innenministers zunichte machten, entführte Flugzeuge abschießen zu dürfen, und dabei Artikel 1 des Grundgesetzes zitierten, reagierte Wolfgang Schäuble äußerst verschnupft, sprach dem Gericht die Kompetenz ab und kündigte sogar an, die Verfassung notfalls zu ändern – obwohl ihm als Verfassungsminister klar sein sollte, dass Artikel 1 unseres Grundgesetzes eine Ewigkeitsgarantie genießt und überhaupt nicht geändert werden darf. Heutige Jugendliche sind zu jung, um sich an die Verwicklung Schäubles im CDU-Spendenskandal erinnern zu können, aber mit seinem heutigen Verhalten stellt er sich ebenfalls nicht als gesetzestreuer Amtsträger mit ausgeprägtem Pflichtbewusstsein dar, sondern vielmehr als jemand, der dem Staat die Möglichkeit einräumen möchte, zum Wohle des Volkes unschuldige Bürger zu töten.

Und auch Koalitionspartner kommen in der öffentlichen Meinung der Jugendlichen und der meisten Twens nicht gut weg, insbesondere wenn sie wie die SPD bei umstrittenen Gesetzesvorlagen zunächst ihren Widerstand ankündigen und nach wenigen Wochen „mit Bauchschmerzen“ doch zustimmen. Die Ideale zu verraten, für die man angeblich einstehen wollte, sollte eigentlich bei jedem Menschen für Abscheu sorgen.

Nun sollte klar sein, warum die junge Generation nichts von unseren Politikern hält. Die Politiker trauen Jugendlichen nichts zu und verunglimpfen deren Freizeitbeschäftigungen, sie hören nicht auf Leute, die es besser wissen, und sie halten sich nicht an die wichtigsten Gesetze oder an moralische Prinzipien. Man weiß manchmal nicht, ob sie wirklich ahnungslos sind oder einfach nur lügen, um Unsinn anzustellen. Meine Mutter hat mir beigebracht, mit solchen Leuten nicht zu verkehren. Ich glaube, der Jugend geht’s genauso.

Gefunden auf: Klopfers-Web

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Armes Deutschland

21. April 2009

Mein Lieblings- TV-Sender? Ganz klar RTL. Da kommt immer so schön viel Mist. Derzeit ist mein Favorit die Sendung “Mitten im Leben”. Diesmal ging es um ein 17-jähriges Mädchen. Ohne Abschluss, ohne Job, dafür mit 2-jähriger Tochter. Das Sorgerecht für das Kind hat Oma - welche selbst noch zwei kleine Kinder hat - und diese wird von Lisa, der Teenie-Mutter, oft und gerne als Notnagel benutzt. Jegliche Verantwortung tritt sie an die Oma ab und fühlt sich dann auch noch ungerecht behandelt, wenn sie einmal auf ihr EIGENES Kind aufpassen muss, wo sie doch so gerne telefoniert, Telefon-Rechnungen von 300 Euro oder mehr sind die Regel.

Zitat: “Ich find das total mies, dass ich jetzt die Kleine anziehen muss, während meine Freunde sich treffen.”

Das Video in voller Länge gibt es hier.

Warum gibt es denn keinen Führerschein für Eltern, oder Zwangsabtreibungen, oder sowas?

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Killerspiele die 2te

20. März 2009

Ich bin heute über einen anderen Blog gestoßen, der meine subjektiven Aussagen zum Thema Killerspiele mit Studien und Quellenangaben unterstreicht.

Unbedingt reinlesen.

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Verbot für “Killerspiele”

17. März 2009

Bevor ich die eigentliche Thematik beleuchte und meinen Standpunkt darstelle möchte ich den Hinterbliebenen des Amoklaufes von Winnenden mein Beileid aussprechen. Diese schrecklichen Vorkommnisse sind unfassbar und an Grausamkeit kaum zu überbieten und ich bedauere zutiefst, dass solche Taten immer wieder begangen werden und so vielen Menschen das Leben, so vielen Eltern die Kinder und so vielen Jugendlichen die Freunde - viel zu früh - entrissen wurden.

Es dauerte keine 24 Stunden bis nach dem unfassbaren Amoklauf in Winnenden die sachliche Berichterstattung abgeschlossen, alle Fakten genannt waren und damit begonnen wurde die Ursachen zu suchen und aufzudecken. Warum hat Tim K. 17 Menschen getötet? Wie gestaltete er sein Leben? Was trieb ihn zu dieser unglaublich grausamen Tat?

Die Antwort war schnell gefunden: Killerspiele. Tim K. soll in seiner Freizeit viel Zeit vor dem Computer verbracht und mit Vorliebe Ego-Shooter gespielt haben. Die sogenannten Killerspiele schüren angeblich Aggressionen die sich in einer Tat wie dieser manifestieren können. Die Gefahren sind groß, Killerspielspieler “üben” am Computer das töten, verbringen einen Großteil ihrer Freizeit abseits der Realität in einer blutig-brutalen Welt der Gewalt, abgeschottet von menschlichen Wesen, alleingelassen mit ihren “Mörder-Pixeln”. Aus Mausklicks werden Schüsse, Pixelhaufen die - zugegebenermaßen inzwischen mehr und mehr an Realismus gewinnen - sterben, menschenähnliche Figuren werden kaltblütig ermordet. Dazu kommt die Vereinsamung die solche Spiele - werden sie häufig gespielt - verursachen. Es liegt auf der Hand, dass durch die tägliche Anwendung von Gewalt am Computer und die Abschottung von der Aussenwelt Amokläufer geformt werden. Tatsächlich? Ist das so?

Nein! Wisst ihr was ich früher - als ich noch sehr jung war - gespielt habe? Richtig: Cowboy und Indianer. Wir, die Generation der 80er, sind mit Lucky Luke, Asterix, Karl May, Ninja Turtles, James Bond, Rambo und Bud Spencer aufgewachsen. Unsere damaligen Helden aus Film, Fernsehen und Buch waren allesamt keine “Weicheier”, alles harte Männer und Frauen, die für die gute, gerechte Sache gekämpft haben.

Lucky Luke, der rauchende, schießwütige Gesetzeshüter des Wilden Westen. Asterix, der kleine Gallier, der einen Zaubertrank einnimmt um reihenweise Römer zu vermöbeln. Winnetou, Old Shatterhand, die berühmtesten Blutsbrüder des Westens, auch sie scheuten sich nicht von Fäusten und Waffen gebrauch zu machen. Die Ninja Turtles, mutierte Schildkröten, bis an die Zähne bewaffnet und in fernöstlicher Kampfkunst ausgebildet, auch hier flogen die Fetzen. Ich könnte stundenlang weiterschreiben. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass ich - als ich “klein” war - immer der Held aus meinem momentanen Lieblingsfilm sein wollte und auch oft und gerne mit einer Spielzeugknarre bewaffnet meine Freunde - oder sie mich - um die Häuser gejagt habe.

Die Geschichte fängt in der Bibel an als Kain Abel erschlägt, geht über Mordkomplotte in Werken von Shakespear, über unsere Kinohelden bis hin zu den sogenannten Killerspielen. Eine Gesellschaft ohne Gewalt ist undenkbar, das seit Jahrtausenden und keinen stört es. Erst jetzt wo die Erklärung einer solchen Bluttat, nach diversen Kriegen und Berichterstattungen von Gewalttaten und dem Gedanken der Mensch müsse aus der Geschichte gelernt haben, so schwer zu erklären scheint muss ein Dämon her, der an all dem Schuld trägt.

Wenn vor dreißig Jahren eine solche Tat begangen worden wäre, wäre wohl kaum jemand auf den Gedanken gekommen den smarten Frauenheld mit der Lizenz zum Töten für all das verantwortlich machen zu wollen. Aber heute in einer Zeit in der sich “Erwachsene” nicht für diese Computerspiele interessieren, den wahren Hintergrund der dort gespielten Handlungen kennen, liegt es auf der Hand, dass Killerspiele die Jungend von heute zu Killern macht.

Die Berichterstattung ist zum Haare raufen. “Ego-Shooter wie World of Warcraft”, “Counterstrike, ein Spiel entwickelt für das Amerikanische Militär, zur Übung von Einsätzen.” Die Liste an Vaux Pas ist unendlich und zieht die vielen Anti-Killerspiel-Artikel ins Lächerliche. Haltlose Vorwürfe, falsch oder gar nicht recherchiert werden zum Besten gegeben nur um einen Amoklauf zu erklären, die wahren Hintergründe nicht näher beleuchten zu müssen, weil das weit mehr Arbeit machen würde, als mit diesen “Scheisshausparolen der gehobenen, PC-Fremden Generation” um sich zu werfen.

Ich bekenne mich schuldig, ich habe James Bond und die vielen anderen geliebt, wollte immer mal so sein wie meine persönlichen Helden. Ich habe viele “Killerspiele” bis in die frühen Morgenstunden gespielt, höre mit Vorliebe Heavy Metal und bin Raucher. Aber mir kam es noch nie in den Sinn in eine - nicht einmal in meine - Schule zu rennen und Menschen zu töten, ihnen eine Holzbank ins Kreuz zu schlagen, einen nuklearen Sprengkopf zu entführen, oder vier Brüder, bei dem Versuch eine Bank zu überfallen, mit einem Lasso zu fangen.

Es ist furchtbar einfach geworden unserer Gesellschaft einen Schuldigen zu liefern, besonders wenn die breite Masse sich nicht mit dem Thema Ego-Shooter, oder generell mit den Hobbies ihrer Kinder auseinander setzt. Wer von Euren Eltern weiss wie der Protagonist aus “Splinter Cell” heisst? Richtig, ein verschwindend geringer Bruchteil. Wie viele Elternteile wissen, dass es bei “Counterstrike” auch darum geht Geiseln aus der Gewalt von Terroristen zu befreien und das auch ohne Gebrauch der Waffe zum erfolgreichen Abschließen der Mission führen kann? Niemand, weil die Medien genauso desinteressiert und unwissend sind wie Eure Eltern und dabei noch deren Anschauung der Dinge beeinflussen.

Ich zitiere zum Schluss die Zeit:

Wer jetzt lautstark ein Verbot von Killerspielen fordert, blendet diese Debatte aus. Die Erregung verdeckt den Blick auf das alles Entscheidende: Getötet hat Tim K. mit einer Pistole – und nicht mit der Maustaste.

Ich bin wirklich froh, dass es noch Zeitungen gibt, die nicht auf den Anti-Killerspiel-Zug aufgesprungen sind und die ganze Diskussion sachlich und ordentlich recherchiert beleuchten. Lest doch einfach den oben zitierten Artikel in der Zeit, oder den nicht minder gute Artikel aus der taz der mit folgendem Satz schließt:

Daraus spricht mehr als nur Dummheit oder Desinteresse. Hier verbirgt sich das eigentliche Problem: eine totale und selbstgefällige und unerschütterliche Ignoranz gegenüber jugendlichen Lebenswelten. Das kann wirklich aggressiv machen, aggressiver noch als sechs Stunden “Counter Strike” am Stück.

und bildet Euch Eure eigene Meinung!

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Scheiss-Tag

08. März 2009

Irgendwie ist heute ein Scheiss-Tag. Ich fühl mich einfach nicht wohl, keine Ahnung warum, krank bin ich nicht und sonst ist auch alles ok, eigentlich. Ich glaub’ ich leg mich ins Bett.

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